Luke Campbell glänzt bei Team-Europameisterschaft in Polen mit WM-Norm über 400 Meter Hürden
  12.08.2019 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Auch am zweiten Tag der Team-EM in Bydgoszcz lief es für die drei Hessen fast glatt. Ganz stark präsentierte sich über 400 Meter Hürden Luke Campbell, der bei der ersten Entscheidung des Tages auf die Bahn musste. Der Langhürdler von der LG Eintracht Frankfurt ging das Rennen ziemlich flott und lag in der Zielkurve sogar knapp in Führung, ehe er noch von zwei Gegner überholt wurde. Trotzdem hatte der deutsche Vizemeister von Berlin noch genügend Kraftreserven, um Platz drei zu halten. Das brachte am Ende zehn Punkte für das DLV-Team. Um Klassen wertvoller war jedoch die Zeit von 49,24 Sekunden, womit der 24-jährige Eintrachtler die Norm für die WM in Doha (27. September bis 6. Oktober) knackte und aktuell auf den achten Rang der europäischen Jahresbestenliste vorrückte. Der Sieg ging unter dem Jubel der Zuschauer an den Polen Patryk Dobek (48,87 sec.), gefolgt vom Franzosen Ludvy Vaillant (48,98 sec.).  "Das Rennen hat sich gut angefühlt, obwohl ich viele Fehler gemacht habe. Ich war sehr motiviert und bin froh über die Leistung. Jetzt muss ich mich nochmal auf die WM fokussieren. Ich habe sehr gut trainiert und bin schon in guter Form. Ich bin auf einem ganz anderen Niveau im Vergleich zum letzten Jahr“, so der Frankfurter gegenüber Leichtathletik.de.

Gleich zwei Einsätze hatte Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar). Im 100-Meter-Finale musste der deutsche Meister besonders mit dem strammen Gegenwind (- 1,4 m/sec.) kämpfen. Zudem sorgte noch der Fehlstart und die Disqualifikation des Polen Remigiusz Olszewski für zusätzlich Unruhe. Am Ende lieferte als Dritter 10,55 Sekunden (10 Pkt.) ab und hatte nur den starken Franzosen Jimmy Vicaut (10,35 sec.) und Lamont Marcell Jacobs (10,39 sec.) aus Italien vor sich. "Es war ziemlich hart, man ist gegen eine Wand gerannt. Meine Beschleunigung war nicht optimal““, fasste der erfahrene Sprinter sein Rennen zusammen. Gut zwei Stunden später stand Pohl erneut auf der Bahn . diesmal als Schlussläufer der deutschen Sprintstaffel. Mit 38,88 Sekunden gab es einen guten dritten Platz für das DLV-Team, das nach einer nachträglichen Disqualifikation der siegreichen Franzosen (38,29 sec.) auf Rang zwei vorrückte. Als Startläufer des deutschen Quartetts agierte mit 200-m-Spezialist Steven Müller (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) ein weiterer Hesse. Zwischen ihm und Pohl waren Marvin Schulte und Roy Schmidt (beide SC DHfK Leipzig) im Einsatz.

Den Verkauf seines 1500-m-Rennens hatte sich Amos Bartelsmeyer (LG Eintracht Frankfurt) sicherlich anders vorgestellt. Keiner der zwölf Athleten wollte sich sonderlich um eine flotte Fahrt kümmern. So kam es dann, dass man im „Trainingstempo“ von knapp 2:14 Minuten die 800 Meter passierte. Danach wurde es dann etwas flotter. Bartelsmeyer, der in diesem Jahr bereits gute 3:36,29 Minuten abgeliefert hat, verpasste in der entscheidenden Phase des Rennens etwas den Anschluss. In einem sehr stark besetzten Feld reichte es dann am Ende nicht mehr, um in die Top-Plätze zu laufen. Mit 3:49,99 Minuten wurde der Eintrachtler am Ende Sechster. „Das war kein schlechtes Ergebnis in einem Feld mit Läufern, die schon 3:30 Minuten und etwas darüber gelaufen sind. Bei einem besseren Rennverlauf hätte ich Amos einen Platz weiter vorne gesehen“, so Bundestrainer Georg Schmidt. Das es eine wirklich enge Angelegenheit war, zeigt ein Blick in die Ergebnisliste. Die Top-Sechs trennten im Ziel gerade einmal 2,11 Sekunden. An der Spitze ließ Lokalmatador Marcin Lewandowski (POL/3:47,88 min.) nichts anbrennen und setzte sich im Spurt gegen Charlie Da Fall Grice (GBR/3:48,35 min.) und Jakub Holusa (CZE/3:49,18 min.) durch.